Markt Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz

ILE Pro­jekt „Wei­ßen­bach­gra­ben“

FSV Unte­res Trubachtal

Die Orts­grup­pe Unte­res Tru­bach­tal des Frän­ki­schen Schweiz Ver­eins hat im Bei­sein des Pretz­fel­der Bür­ger­meis­ters, Stef­fen Lip­fert, Erleb­nis- und Spiel­sta­tio­nen ent­lang des Kir­schen­wegs sei­ner Bestim­mung über­ge­ben. Der Rund­weg „Kir­schen­weg Pretz­feld “ führt auf sei­ner Rou­te auch durch den Wei­ßen­bach­gra­ben. Das Tal ist Teil des euro­pa­wei­ten Schutz­ge­biets „Natu­ra 2000“. Es setzt sich aus Flo­ra-Fau­na-Habi­tat- und Vogel­schutz­ge­bie­ten zusam­men. Beson­ders schüt­zens­wert in die­sem Lebens­raum sind die Kalk­tuff­quel­len mit ihren Sin­ter­ter­ras­sen, die sich am Wei­ßen­bach befinden.

Im Rah­men eines von ILE- Frän­ki­sche Schweiz AKTIV e.V. geför­der­ten Pro­jekts hat der Frän­ki­sche-Schweiz-Ver­ein Unte­res Tru­bach­tal e.V. dort zwei för­der­wür­di­ge Maß­nah­men durchgeführt.

An einer Stel­le, an der der Bach jeweils über das Ufer trat und den Wan­der­weg über­spül­te, wur­de ein Damm ange­legt und der Weg etwas höher gelegt. Die Arbei­ten wur­den – dem Cha­rak­ter des Schutz­ge­bie­tes ent­spre­chend – „natur­nah“ vor­ge­nom­men. Die nöti­gen Stein­plat­ten sind dem angren­zen-den Wald ent­nom­men wor­den, sie sind teil­wei­se noch mit Moos bewach­sen und bil­den kei­ne Fremd­kör­per. Der Damm erscheint nicht als Bau­werk, son­dern „wie hier gewach­sen“. Das Was­ser kann nun­mehr über einen erwei­ter­ten Abfluss­ka­nal unge­hin­dert über das bestehen­de Bach­bett ablau­fen und der Wan­de­rer tro­cke­nen Fußes sei­nen Weg fortsetzen.

Etwas abseits wur­de eine Infor­ma­ti­ons­ta­fel auf­ge­stellt, die auf das FFH-Gebiet und die Schutz­wür­dig­keit des Sin­ter­ba­ches hin­weist. Die Daten für die­se Tafel wur­den von der Baye­ri­schen Forst­ver­wal­tung zur Ver­fü­gung gestellt. Mit Unter­stüt­zung des Bun­des Natur­schutz hat die Orts­grup­pe ein Fle­der­maus-Moni­to­ring vor­ge­nom­men und die Zwerg­fle­der­maus als Bewoh­ner des unter­such­ten Wald­stücks iden­ti­fi­ziert. Über die Fle­der­maus infor­miert eine Tafel, die gleich neben der FFH-Info ange­bracht ist.

Im zwei­ten Teil des Pro­jek­tes wur­den im wei­te­ren Ver­lauf des Wei­ßen­bach­gra­bens wei­te­re Infor­ma­ti­ons­ta­feln, z.T mit Spiel­sta­ti­ons­cha­rak­ter, zum The­ma „Lebens­raum Wald“ instal­liert. Den Inhalt der Tafeln hat der Vor­sit­zen­de der FSV-Orts­grup­pe, Her­mann Grün­steu­del, kon­zi­piert, die Aus­füh­rung erfolg­te mit Unter­stüt­zung des Bereichs Fors­ten des Amtes für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten, Bamberg.


Bild: Hein­rich Wolf Bgm. Lip­fert mit der Vor­stand­schaft des FSV Unte­res Tru­bach­tal
v.l.n.r: Ger­hard Kraft, Leon­hard Mühl­häu­ßer, Bgm. Stef­fen Lip­fert, Her­mann Grün­steu­del, Hans Kohl­mann, Ger­hard Zöberlein

Die Tafeln befas­sen sich zum Einen mit dem Ener­gie­trä­ger Holz als nach­wach­sen­dem Roh­stoff für eine nach­hal­ti­ge Ener­gie­ver­sor­gung und ver­deut­li­chen u.a. die unter­schied­li­chen Raum­ma­ße (Fest­me­ter, Ster, Schütt­raum­me­ter) bzw. unter­schied­li­chen Volu­men bei glei­cher Holzmenge.

Eine wei­te­re Sta­ti­on beschreibt die wesent­li­chen Baum­ar­ten und ihre Erken­nungs­merk­ma­le bezo­gen auf den hei­mi­schen Wald. Anhand eines Selbst­tests kann man über­prü­fen, wie gut man sich bei den Holz­ar­ten aus­kennt. Dane­ben befin­det sich eine Sta­ti­on mit der Infor­ma­ti­on zum Baum­wachs­tum. Hier wird der Auf­bau des Baum­stamms sowie die Ent­ste­hung der Jah­res­rin­ge erklärt. Ergänzt wird dies durch eine Zeit­rei­se anhand einer 85 Jah­re alt gewor­de­nen Eiche. Ein vor den Sta­tio­nen quer geleg­ter und befes­tig­ter Baum­stamm kann als Balan­cier­bal­ken und Ruhe­bank genutzt werden.

Die Erd­ar­bei­ten sowie die nöti­gen Zim­mer­manns­ar­bei­ten wur­den von ein­hei­mi­schen Fach­fir­men vor­ge­nom­men. Die not­wen­di­gen „Hand­ar­bei­ten“ sowie die Auf­be­rei­tung und Mon­ta­ge der Infor­ma­ti­ons­ta­feln sind im ehren­amt­li­chen Ein­satz von Mit­glie­dern und ins­be­son­de­re der Vor­stand-schaft des FSV Unte­res Tru­bach­tal vor­ge­nom­men wor­den. Die auf rund 8 TEUR ver­an­schlag­te Maß­nah­me konn­te so für ca. 5 TEUR durch­ge­führt werden.

Bgm. Lip­fert bedank­te sich für das Enga­ge­ment und freut sich, dass der Kir­schen­weg und die außer­dem dort ver­lau­fen­den Wan­der­we­ge (Roter Ring über Wannbach/​Dietrichstein/​Poppendorf sowie der „Kul­tur­er­leb­nis­weg Frän­ki­sche Schweiz“) damit eine wei­te­re Auf­wer­tung erhal­ten haben.

Wege­wart: Hans Kohl­mann, Vor­stand: Her­mann Grün­steu­del und Bür­ger­meis­ter Stef­fen Lip­fert bei der for­ma­len Übergabe